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Black Gipsys wollen keinen Krieg

Sorry, liebe Hells Angels Hamburg, war nicht so gemeint. Im bizarren Rocker-Krieg um das berüchtigte Hamburger Rotlichtmilieu macht der Black Gipsy MC einen Rückzieher. Vor rund einem Jahr gründete sich in der Hansestadt die neue Rocker-Gang, die sich Black Gipsys (deutsch etwa: Schwarze Zigeuner) nennt. Die Männer mit Sinti und Roma-Hintergrund posieren mit grimmigem Blick in den sozialen Medien, tragen schwarze Biker-Kutten mit der Aufschrift „No Mercy“ (dt: „Keine Gnade“). Sie wollen nach Informationen Einfluss auf die Rotlicht-Szene, auf legale und illegale Prostitution, Menschenhandel und weitere dunkle Geschäfte.

Nach Informationen beobachtet das Landeskriminalamt Hamburg die Situation um die Black Gipys schon länger genau. Unter den Mitgliedern sollen auch polizeibekannte Gewalttäter sein. Es kam sogar zu einer Kampfansage an die Hamburger Hells Angels, die zusammen mit Albaner Zuhälter das Gebiet um die Reeperbahn Hamburg seit Langem kontrollieren. Rund 30 Millionen Besucher pro Jahr werden hier ihr Geld los, nicht wenige in zwielichtigen Tabledance Bars und bei den Prostituierten vom Straßenstrich Hamburg rund um die Herbertstraße Hamburg. Jetzt plötzlich die große Kehrtwende: Die Black Gipsys betteln um Frieden. Ihre provozierenden Poser-Fotos im Internet wurden teilweise gelöscht.

Gipsys-Präsident Cherry meldet sich in einem TikTok-Video mit einer Botschaft an die Hells Angels Harbor City: „Es läuft hier bei TikTok eine ganz blöde Sache. Dass wir uns bekriegen wollen und dass es zu einem Blutbad kommt. Ich sage nur so viel dazu: Wir wollen keinen Krieg. Wir wollen keinen Stress und wir wollen keine Probleme.“

Der Rocker weiter: „Das ist keine schöne Sache und ich muss mich dafür entschuldigen. Von meinen Jungs her haben wir keine Probleme mit den Hells Angels. Die Hells Angels sind unsere Freunde, sind und unsere Brüder. Und mit Brüdern macht man keinen Stress und keinen Krieg. Wir sind ehrenvolle und respektvolle Leute. Ich werde mich darum kümmern.“

Auch Deutschlands bekanntester Hochstapler, Mike Wappler (67, „Milliarden Mike“), mischt bei den Gipsys mit, war sogar mal Vize-Präsident, legte das Amt aber nieder. Auch er rudert zurück, sagt: „Ich gebe dem Präsidenten vollkommen recht.“

Polizei stellt 1 Tonne Koks sicher

„Dieser Schlag gegen die Organisierte Kriminalität hat gesessen: Gratulation, Polizei Hamburg zu diesem beeindruckenden Erfolg!“. Innensenator Andy Grote (50, SPD) auf Twitter.

Am Freitag wurde klar, was für dicke Fische den Rauschgift-Fahndern ins Netz gegangen sind: Sie beschlagnahmten mehr als eine Tonne Kokain aus Brasilien im Wert von bis zu 200 Millionen Euro, ein Kilo Marihuana und 170 000 Euro in bar!

Der Schnee-Fall der Hamburger Polizei

Donnerstagnachmittag. Fahnder beobachten am Billhorner Röhrendamm im Hamburger Stadtteil Rothenburgsort nahe der Elbbrücken drei Deutsche (40, 40, 49), einen Italiener (28) und einen Polen (43) beim Entladen eines Containers. Als gut 1000 Pakete mit jeweils einem Kilo Kokain raus sind, schlagen schwer bewaffnete SEK-Beamte zu.

Wer ist die Drogen-Bande?

Im Mittelpunkt steht nach Ermittlungen der Polizei Martin P. (39) aus der Hafen-City, ein führendes Mitglied der Hells Angels Hamburg Harbor City. Er wurde am Donnerstag ebenso festgenommen wie seine mutmaßlichen Komplizen aus Rothenburgsort, hinzu kamen ein Pole (45) und ein Deutscher (25).

Gegen P. hatte die Polizei bereits im Februar ermittelt. Doch damals floppte eine Razzia. Es wurden nur 20 Gramm Marihuana sichergestellt. Die Ermittler blieben jedoch dran. Nun der Riesen-Erfolg!

Wie läuft der Drogenschmuggel?

Zoll-Sprecher Stephan Meyns: „Wir verzeichnen in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg der Kokain-Sicherstellungen in Norddeutschland. Das meiste kommt aus Süd- und Mittelamerika, die großen Mengen werden hauptsächlich im Seeverkehr nach Europa transportiert.“

Erst Anfang dieses Monats hatten Zöllner rund 200 Kilo Koks im Hafen sichergestellt, es war zwischen Kaffee versteckt. Der Hafen ist seit Jahren die Drehscheibe der Drogen-Mafia! Steckt sie auch hinter den jüngsten Schießereien in Hamburg?

Fakt ist: Um den lukrativen Drogenhandel tobt seit Monaten ein blutiger Krieg. Jüngste Höhepunkte: Beim Einkaufszentrum Wandsbek Quarree wurde am 10. Oktober ein Albaner (39) niedergeschossen, drei Männer flüchteten. Polizeisprecherin Heike Uhde: „Nach den ersten Erkenntnissen könnten Streitigkeiten im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln Hintergrund der Tat sein.“

Am 2. November fiel dann auf der Wandsbeker Chaussee ein Aserbaidschaner (42) mit einem Bauchschuss aus einem Jeep. Das Opfer und seine beiden Begleiter äußern sich nicht zu den Hintergründen.

Denn Schweigen gilt im Rockermilieu als eiserne Regel.